Ein Hoch auf die Linsen

Die kleinen Rundlinge zählen wieder zu den beliebten Küchenstars und wickeln mit ihrer Pflanzenpower nicht nur Veganer um den Finger: Linsen.

Einst waren sie der Inbegriff eines eher bescheidenen Mahles. Ihren Auftritt auf den Tellern hatten sie als Suppe und nur an guten Tagen gesellte sich Fleisch dazu. Heute werden Linsen auf vielerlei Art zubereitet. Sie bereichern die Welt der gesunden Speisen als Salat, Püree, Babykost, Brotaufstrich, Puffer, Bratlinge und immer noch als köstliche Suppe.

Rund und gesund von S bis XXXL

Linsen werden nach Durchmesser und Herkunft unterschieden. Ihre variantenreiche Farbgebung reicht von intensivem Gelb und Rot über Grau-Grün, Rot-Braun bis hin zu tiefem Schwarz.

– Tellerlinsen 6-7 mm Durchmesser
– darunter Riesenlinsen 7 mm
– Mittellinsen 4,5-6 mm
– Zuckerlinsen 4 mm

– Beluga- oder Kaviarlinsen sind kleine, schwarze Delikatesslinsen
– Puy-Linsen stammen aus der französischen Auvergne und sind ebenfalls Delikatesslinsen
– Berglinsen kommen aus verschiedenen Bergregionen
– Alblinsen von der Schwäbischen Alb

Ein Großteil der Ware kommt aus Übersee und aus derTürkei. Die frische Ernte wird zunächst getrocknet und kommt jeweils im Herbst gut verpackt in den Handel. Es gibt geschälte und ungeschälte Linsen. Die ältesten Spuren der smarten Hülsenfrucht stammen aus dem östlichen Mittelmeerraum und lassen sich auf 7.000 v. C. datieren. Die Forschung belegt, dass Linsen auch im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris bereits zu den Grundnahrungsmitteln zählten.

Gut zu wissen

Die allgemeine Mindesthaltbarkeit der Linsen beträgt bei trockener, dunkler und kühler Lagerung ein Jahr (Datum s. Verpackung). Ältere Ware ist weitaus länger genießbar und soll lediglich vor dem Kochen möglichst über Nacht eingeweicht werden. In den Schalen der Linsen stecken wesentliche Teile des spezifischen Aromas und der gesunden Nährstoffe. Vor der Zubereitung werden Linsen generell gewaschen wobei die ungeschälten Früchte zusätzlich eingeweicht werden. Beim Einweichvorgang bedeckt die Wassermenge die Linsen vollständig. Das Einweichwasser wird nicht zum Kochen benutzt.

Auf 100 Gramm Linsen kommen beim Kochen 500 ml Wasser. Die Kochdauer hängt von der Größe der Früchte ab. Mittellinsen und Zuckerlinsen sind demnach rascher gar. Gleiches trifft auf die geschälten und eher mehlig-kochenden farbigen Linsen zu. In der Regel liegt die Garzeit zwischen 20 und 30 Minuten. Kommt ein Schnellkochtopf zum Einsatz, verkürzt sich diese Zeit noch einmal.
Großkalibrige Linsen behalten ihre Form selbst dann, wenn sie noch einige Minuten nach dem Ende der Kochzeit im Topf nachgaren. Die zarteren, meist geschälten Sorten zerfallen während des Kochens und sind daher ideale Kandidaten für Pürees, samtige Suppen und Babykost.

Bereits gegarte Linsen oder fertige Linsengerichte können eingefroren und bei mindestens -18 Grad gelagert werden. Beim Aufwärmen ändert sich allerdings deren Konsistenz. Sie bekommt eine gewisse Sämigkeit.

Linsen kennen keine Küchenpause

In der Küche und am Teller haben Linsen ganzjährig Saison. Während die klassische Linsensuppe eine feste Größe in der Winterküche ist, sind Linsensalate mit Paprika, Käse und Kräutern immer eine gesunde Köstlichkeit. Aus der Küche Indiens stammt ein Gemüsecurry mit Blumenkohl, Paprika und Linsen. Aus Linsen lassen sich im DIY-Verfahren Sprossen ziehen, die wiederum als Beigabe zu Salaten und Suppen verwendet werden können.

Das Salzen und Säuern von Linsen wird meist nach dem Garen empfohlen, um die Kochzeit nicht zu verlängern. Zur Steigerung der Bekömmlichkeit dienen Gewürze wie Koriander (Blatt und Körner), Anis, Kümmel und Fenchelsamen. Eine sehr gute Nährstoffkombination bilden Linsen, die einem Topping aus Sauerrahm serviert werden. Gekocht und fein püriert eignen sich Linsen auch als Beikost für Kleinkinder ab einem Alter von neun Monaten. Im Mix mit pürierten Kartoffeln und zarten Karotten werden sie besser verdaut.

Details zum Nährwert der Linsen

Linsen sind zum Rohverzehr nicht geeignet. Auf 100 Gramm gegarte Linsen entfallen durchschnittlich:

– 110 Kilokalorien
– 12 Gramm Protein
– 23 Gramm Kohlenhydrate
– 0,6 Gramm Fett

Die vielfarbigen Hülsenfrüchte sind nicht nur eine beliebte Eiweißquelle für Vegetarier und Veganer. Sie sind ebenso eine gesunde und sättigende Alternative für jene, die auf den Verzehr von Brot verzichten. Grundsätzlich sind Linsen frei von Gluten. Vorsicht ist bei Linsenmehlen geboten, da sich während des Mahl- und Verpackungsprozesses Gluten aus anderen Mehlen einschleichen kann.